Die Bubenreuther

Über 3000 Studenten sind seit dem Gründungsjahr 1817 Bubenreuther geworden, unsere Burschenschaft zählt mit derzeit über 300 Mitgliedern, davon ca. 30 Studierende, zu den größten Burschenschaften Deutschlands. Dennoch heben sich die Bubenreuther durch einige Besonderheiten, unter Anderem bekannt als die "Bubenreuther Eigenart", von dem Rest der Verbindungen in Deutschland ab. 

Wir Bubenreuther verstehen uns vor allem als Lebens- und auch als Erziehungsgemeinschaft. Als Gemeinschaft von Studenten, die sich dafür interessieren, was politisch und sozial um sie herum geschieht. Dies kommt sowohl in unseren Prinzipien als auch den vielen "Bubenreuther Eigenarten" zum Vorschein.


Prinzipien und Wahlspruch:

Unsere Gemeinschaft will die burschenschaftlichen Grundwerte in zeitgemäßer Form leben. Wir Akademiker tragen eine besondere Verantwortung für das Gemeinwesen und die Gesellschaft. Deshalb fördern wir staatsbürgerliches Interesse, wertorientiertes Verhalten, Patriotismus und Leistungsbereitschaft.

Seinen Ausdruck findet unser Selbstverständnis in den unseren PrinzipienSittlichkeit“, „Wissenschaftlichkeit“ und „Vaterlandsliebe“ 

sowie in unserem Wahlspruch:

Mit Gott für Freiheit, Ehre, Vaterland!

Sittlichkeit:

Wir verlangen von unseren Mitgliedern, dass sie in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Bundes, ein höfliches und gepflegtes Auftreten an den Tag legen. Jeder sollte sich seiner Verantwortung und seiner Taten gegenüber Gott, seinen Mitmenschen und auch der Natur bewusst sein. In besonderem Maße gilt die Sittlichkeit im Umgang und dem Verhalten gegenüber Frauen.

Wissenschaftlichkeit:

Wir sind Studenten. Somit ist unser vorrangiges Ziel, unser Studium zielstrebig und so  gut wie möglich durchzuführen. Das bedeutet natürlich auch, dass das Studium Vorrang vor den Verpflichtungen des Bundes hat. Wir erachten es als wichtig, nach dem Studium nicht nur unser Studienfach zu beherrschen, sondern über den “Tellerrand” hinauszusehen. Wir begrüßen es daher, wenn unsere Mitglieder neben dem eigenen Studium auch Veranstaltungen anderer Fachbereiche besuchen und sich so weiterbilden. Wir erwarten von unseren Mitgliedern, dass sie sich fundierte Sachkenntnisse zu den großen Fragen unserer Zeit aneignen und sich im Allgemeinen  eine gesellschaftliche und politische Meinung bilden. Diese fachliche, gesellschaftliche und politische Weiterbildung fördern wir auch in unseren kleinen wissenschaftlichen Themenabenden (akademische Kränzchen, AK).

Vaterlandsliebe:

Deutschland liegt in der Mitte Europas. Als Patrioten möchten wir, dass Deutschland in der Gemeinschaft der europäischen Nationen partnerschaftlich Verantwortung trägt. Wir verteidigen die  freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres Vaterlandes, das Recht auf Selbstbestimmung,  Meinungsfreiheit, Achtung des Nächsten. Rechts-nationale Überheblichkeiten lehnen wir ab; denn Deutschland hat nur in einem friedlichen und geeinten Europa eine Zukunft.


Die "Bubenreuther Eigenart"

Die Bundesbrüderlichkeit:

Nicht jeder muss jedermanns Freund sein, wir erwarten jedoch stets „Bundesbrüderlichkeit“, also Respekt, Loyalität, Verlässlichkeit und Rücksichtnahme in unserem Bund. Zwischen dem ältesten und dem jüngsten Bubenreuther gilt das selbstverständliche „Du“.

Die Bubenreuther Kirchweih:

Bubenreuther Selbstverständnis und Traditionen unterscheiden sich deutlich von denen anderer Korporationen. Grund für unsere „hemdsärmlige“ Eigenart ist das enge Miteinander mit der Dorfbevölkerung Bubenreuths in der Vergangenheit und auch noch heutzutage. Dies wird vor allem während der Kirchweih des Dorfs Bubenreuth sichtbar, welche die Burschenschaft seit bald 200 Jahren zusammen mit der Dorfbevölkerung gestaltet. Zusammen werden beinahe alle Ereignisse der Kerwa gestaltet, vom freundschaftlichen Fußballspiel bis zum gemeinsamen Holen und Aufstellen des neuen Kirchweihbaumes. Dadurch ergibt sich die enge Verbindung zum Dorf Bubenreuth.

Die Bubenreuther Colloquien:

Das Bubenreuther Colloquium ist seit 1984 eine feste öffentliche Veranstaltung der Burschenschaft der Bubenreuther. Es findet zumeist Ende Januar/Anfang Februar auf dem Bubenreuther Haus in Erlangen statt. Namhafte Redner und Experten diskutieren hier unter einem Thema einen Vormittag lang mit Studenten und Interessierten. Wohl kaum eine andere Verbindung hat eine solche Einrichtung, in der sich junge und alte Bubenreuther in der breiten Öffentlichkeit zugänglichen Vorträgen zu Fragen der politischen Situation unseres Landes und Europa informiert.

Hier finden sie weitere Informationen und Bilder zu den Bubenreuther Colloquien.

Die Bubenreuther Studienfahrten:

Einmal im Jahr veranstalten wir Bubenreuther, als Zusammenarbeit zwischen den Aktiven und dem Philisterium, eine Studienfahrt, welche uns meist an kulturell oder historisch wichtige Orte bringt. Sie sollen unserer akademischen Jugend zu einem weltoffenen Blick verhelfen und ihr bewusst machen, dass Deutschland in der Mitte Europas Verantwortung für Europa hat. Es ist eine großartige Verbindung aus kultureller Bildung, Spaß und dem gegenseitigen Kennenlernen, vor allem von älteren oder jüngeren Mitgliedern, und bringt so auch eine Art Generationenaustausch innerhalb der Burschenschaft zustande.

Hier finden sie eine Seite mit Bildern und Informationen zu vergangenen und zukünftigen Bubenreuther Studienfahrten.


Das Bubenreuther Haus

Die Burschenschaft der Bubenreuther entschloss sich 1883 zum Bau eines eigenen Hauses, um ihren aktiven Mitgliedern ein eigenes Heim zu bieten. Fertiggestellt wurde das Haus 1889 und 1933 noch einmal renoviert und erweitert. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus beschlagnahmt und als Lazarett genutzt, bis es schließlich 1957 an die Burschenschaft der Bubenreuther zurückgegeben wurde. Der Mittelpunkt des Hauses ist der prächtige Ballsaal mit großen Wandbildern aus dem Erlanger Studentenleben. Der große Saal bietet reichlich Platz für Geburtstagsfeiern, Vortragsveranstaltungen oder auch Bälle. Er wird auch für externe Feiern vermietet. Die anderen Räumlichkeiten dienen vor allem dem Abschalten nach der Vorlesung (Billardzimmer, Fernsehzimmer, Schenke, Kicker, etc.). Bewohnt wird das Haus durch Studierende, Bubenreuther und Eintrittsinteressierte.

Hier finden sie einige Impressionen zum Bubenreuther Haus.


Das "studentische" Fechten

Die Burschenschaft der Bubenreuther ist fakultativ schlagend, das Erlernen des sogenannten „studentischen Fechtens“ ist verpflichtend; das "Mensurfechten", einer scharfen Fechtpartie, ist freiwillig.

"Mensurfechten": Wie das Sportfechten ist das studentische Fechten aus dem Duellwesen früherer Jahrhunderte hervorgegangen. Doch im Gegensatz zum Sportfechten kommen bei der studentischen Mensur scharfe Klingen zum Einsatz; auch werden bewusst Lücken im Körperschutz gelassen. Es kann auf diese Weise zu „Schmissen“ (Fechtnarben) kommen. Eine Gefahr für Gesundheit oder gar das Leben besteht selbstverständlich nicht: Der Ablauf einer Fechtpartie ist strengstens geregelt, alle kritischen Körperregionen wie Augen, Hände oder Nervenbahnen sind komplett geschützt. Die Bubenreuther werden von einem professionellen Fechtmeister trainiert.

Im Hier und Jetzt: Mit „Ehrenhändeln“ hat das bei uns Bubenreuthern praktizierte Fechten nichts zu tun – sogenannte „persönliche Kontrahagen“ sind untersagt. Möchten Bubenreuther Mensuren stellen, so werden bei anderen Korporationen geeignete „Gegenpaukanten“ gesucht. Dabei werden die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen berücksichtigt.